Auf ein Wort . . .

Konfirmation 2018

„Ein Rückblick nach vorne“
oder:

Was erwarte ich von einem „schönen“ Gottesdienst?
Er darf mich überraschen!

So erging es mir beim Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden des Westbezirks. Ich gestehe, dass ich ohne große Erwartungen hingegangen bin: Meinen früheren Erfahrungen nach kann man alles, was von den Konfirmanden gesprochen wird, kaum verstehen - sie reden schnell und leise.

Da erlebte ich schon die erste Überraschung:
     Sie sprachen sehr deutlich, gut ins Mikrofon und in einem
     absolut angemessenen Tempo. Niemand raste durch seinen
     Text, alles war gut zu verstehen.

Die nächste und beste Überraschung war dann, was sie uns zu sagen hatten:
     Das war nichts Vorgekautes, Nachgeplappertes oder insge-
     heim Belächeltes. Ich hatte den Eindruck, sie trugen ihr Herz
     vor sich her und ließen uns Zuhörer teilnehmen an ihrem
     Ringen um Glauben und die Beziehung zu Gott.

Was hat mich nun am meisten beeindruckt?
     Anonym hatten die Konfirmanden kleine Botschaften
     verfasst:
     „Was ich Gott schon immer mal fragen wollte!. Und da ka-
     men sehr persönliche und ehrliche Fragen zutage. Die
     Teamer aus der Konfirmandenarbeit haben diese Fragen
     dann aufgegriffen und versucht, eine Antwort darauf zu
     finden.

So stelle ich mir lebendige Gemeinde vor: Fragen dürfen sein, Antworten werden gesucht. Mir hat das neu Einblick gegeben in die Welt und die Gedanken der jungen Leute – und ich habe festgestellt, dass sie teilweise dieselben Fragen haben wie ich. Eintreten in so einen Dialog, Glaube praktisch werden lassen, dass er in mein Leben spricht, dass er etwas mit mir zu tun hat und sich nicht im Theoretischen erschöpft – das macht doch Gemeinde aus. Und das wünsche ich mir auch, wenn ich sonntags in den Gottesdienst gehe.

Und so möchte ich euch Konfirmanden ein großes DANKE sagen für diesen schönen und anregenden Gottesdienst! Danke, dass ihr euch getraut habt, so offen und verletzlich von eurem Glauben zu reden. Ich wünsche euch jedenfalls, dass ihr weiter auf dem Weg bleibt und gute Erfahrungen mit Gott machen könnt.

Christa Wagner