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Kreissynode Siegen

Kreissynode Siegen 29.11.2017

Momentaufnahme des Superintendenten
Kindertageseinrichtungen und Allianz für den freien Sonntag

Eine Momentaufnahme des Evangelischen Kirchenkreises Siegen gab Superintendent Peter-Thomas Stuberg auf der Kreissynode, die am Mittwoch,  29. November 2017, in der CVJM-Jugendbildungststätte in Wilgersdorf tagte.

Zunächst einmal blickt er zurück auf das Reformationsjubiläum 2017. Stuberg: „Ich glaube, wir dürfen eine dankbare und staunende Bilanz ziehen für die vielen gelungenen, gut besuchten und gesegneten Veranstaltungen in diesem Jahr.“ Ob in Vorträgen, in Theaterstücken, in kabarettistischen Einlagen, in Gottesdiensten, im Poporatorium oder symphonischen Konzert: Immer stand die Botschaft der Reformation im Mittelpunkt. Der leitende Theologe im Kirchenkreis hob hervor, dass in alledem, wie auch in den überaus gut besuchten Gottesdiensten am Reformationstag und zuvor beim prall gefüllten Kreiskirchentag, der „Herzschlag unseres Kirche sein“ erlebt werden konnte. Dabei ging es um „die freie Gnade Gottes, die er allen Menschen zuteil werden lässt.“ Stuberg: „In ihr gründen wir uns, Jesus Christus verkörpert sie, sein Geist übermittelt sie uns, bestärkt, vergewissert und leitet uns, in dieser freien Gnade zu bleiben.“ Und , so Stuberg weiter: „Nicht einfach bloß der äußere Umbau von Strukturen, sondern die innere neue Vitalisierung der Gestalt unserer Kirche durch geistliches Leben – das bedeutet Reformation auch in Zukunft.“

Im Blick auf das ökumenische Miteinander zieht der Superintendent das Fazit: „Das lebendige und kräftige Wort Gottes und unsere Antwort im Gebet und Gehorsam – das alles konnten wir in den zurück liegenden Monaten geradezu neu, am deutlichsten im Gemeinsamen erfahren. Dankbar sind wir dabei besonders für die ökumenische Weite: Dass wir mit unseren Glaubensgeschwistern das Gemeinsame unseres Glaubens erleben und das Unterscheidende in unseren Kirchen stehen lassen konnten – hier haben wir in diesem Jahr mehr als nur atmosphärisch zusammengefunden.“

Kirchenmusik und Pfarrstellen

Die Kirchenmusik wird den Kirchenkreis in den nächsten Monaten besonders beschäftigen. KMD Ulrich Stötzel geht in 2018 in den Ruhestand. Seine Nachfolge muss geregelt werden. Stuberg: „Wir haben im Kirchenkreis Siegen zwei volle hauptamtliche A-Musikerstellen. Mit beiden Stellen verbunden sind zwei große Chöre mit entsprechenden aktuellen Orchesterensembles. Sie verantworten in jedem Jahr etliche Konzerte auf hohem musikalischem Niveau. Damit erfüllen sie einen unverzichtbaren Verkündigungs- und Bildungsauftrag, den sie stellvertretend für alle 29 Kirchengemeinden in unserem Kirchenkreis wahrnehmen. So leisten wir mit dieser hochkarätigen Musik unseren kirchlichen Beitrag zur Kultur in unserer Region.“ Stuberg machte deutlich, dass es außer Frage steht, diese frei werdende Stelle wieder zu besetzen. Dazu hat der Kreissynodalvorstand eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die eine Beschreibung des Stellenprofils erarbeitet.

Aus den Reihen der Synodalen wird  hierzu deutlich angemerkt, dass bei der Wiederbesetzung auch die populäre Kirchenmusik berücksichtigt werden soll.

Die Pfarrstellensituation im Kirchenkreis ansprechend bemerkt der Superintendent, dass sich die Zeit des Mangels an Theologinnen und Theologen allmählich bemerkbar mache. Freie Stellen zu besetzen werde besonders im Siegerland zunehmend schwieriger. Es stehe in Aussicht, dass in 2018 ein Vikar in den Kirchenkreis Siegen komme und auch eine Pfarrperson im Probedienst rücke in berechenbare Nähe. Stuberg: „Gerade den jüngeren Jahrgängen von Theologinnen und Theologen müssen wir hier in unserer Region Perspektiven bieten. Dies muss nötigenfalls auch unterhalb unserer Korridorwerte für Pfarrstellen mit Befristung zu versuchen sein.“

Kindertageseinrichtungen

Als Schwerpunktthema im nächsten Jahr sollen die 52 evangelischen Kindertageseinrichtungen in den Blick genommen werden. Davon sind 45 der verantwortlichen Geschäftsführung von EKiKS übertragen und sieben sind in der Trägerverantwortung von Kirchengemeinden. Stuberg: „Unsere Kindertageseinrichtungen und ihre über 700 Mitarbeitenden leisten jeden Tag einen liebevollen, qualifizierten und hoch engagierten Dienst für die uns anvertrauten Kinder. Wohl kaum eine kirchliche Arbeit ist so konstant und so nachhaltig aufgestellt wie die Arbeit unserer Kindergärten.“ Bis zu fünf Jahre lang wachsen Kinder in ihnen heran, finden hier Freunde, lernen hier Sprache, Selbstwahrnehmung, Sozialverhalten und die Welt um sie herum als Gottes Werk kennen. Dabei werden auch die Familien unterstützt. Diese wertvolle Arbeit müssen und wollen sich der Kirchenkreis und die Gemeinden etwas kosten lassen. Im kommenden Jahr fast 1 ¼ Mio. Euro.

Dennoch macht der Superintendent deutlich, dass das Kinderbildungsgesetz „einen gravierenden Gewebefehler“ habe. Die Kostensteigerungen der letzten Jahre lagen zum erheblichen Teil an der Unterfinanzierung bei den Pro-Platz-Pauschalen. Die neue Landesregierung habe erkannt, dass freie Träger diese Aufgabe nur weiterführen könnten, so Stuberg, wenn sie finanziell und strukturell deutlich entlastet würden. Dazu seien 400 Mio. Euro zusätzlich vorgesehen, von denen der Kirchenkreis auf drei Jahre verteilt die nötigen zwei Mio. Euro erhalte. Was jedoch grundsätzlich gebraucht werde, sei ein neues, mindestens aber ein gründlich überarbeitetes Kinderbildungsgesetz, das dem Kirchenkreis und den Gemeinden endlich wieder den Rücken freihalte für eine gute Kita-Arbeit ohne die Sorge im Nacken, wie die künftigen Finanzlöcher gestopft werden könnten. Superintendent Stuberg: „Nicht nur aus finanziellen Gründen wollen wir uns mit der Arbeit unserer Kindertageseinrichtungen im nächsten Jahr beschäftigen. Ich habe angeregt, das gesamte Feld der Kita-Arbeit im Zusammenhang mit unserer gemeindlichen Arbeit in den Blick zu nehmen.“ Dabei soll die Kita-Arbeit auf das kreiskirchliche Konzept „Solidarität in Vielfalt“ bezogen und das gemeinsame evangelische Profil der Einrichtungen geschärft werden.

Arbeitsfreier Sonntag

Die „Allianz für den freien Sonntag“ besteht in diesem Jahr seit 10 Jahren. Ihr Anliegen, den Sonntag weitgehend arbeitsfrei zu halten, bekommt eine besondere Aktualität. Die neue Landesregierung sieht vor, dass künftig die Läden in den Innenstädten häufiger und vereinfachter öffnen können als bisher. Das jetzige Ladenöffnungsgesetz sieht bei einem konkreten Anlass maximal vier Sonntage pro Marktbezirk für maximal fünf Stunden Ladenöffnung vor. Künftig sollen an bis zu acht Sonntagen Innenstadtgeschäfte öffnen können ohne konkreten Anlass. Die Öffnungsfreigabe kann in einer Kommune auf bis zu16 Sonntage erweitert werden. Damit will man dem Onlinehandel entgegentreten und zu einer Belebung der Innenstädte beitragen. Der Superintendent verweist auf das Grundgesetz, das in Art. 140 den Sonntag als gesetzlichen Feiertag schützt. Stuberg: „Wir als Kirchen müssen dieser wiederholten Ausweitung nicht nur von Gesetzes wegen sondern allein schon von unserer biblischen Tradition herkommend widersprechen. Der Sonntag als Tag der Ruhe für alle Geschöpfe fußt im Gebot der Sabbatruhe für alle.“ Auch wenn der Sonntag gleichermaßen von allen nicht eingehalten werden könne, dürfe er als Ziel nicht aufgegeben und dem Gesellschaftsbild einer pausenlos tätigen oder konsumierenden Bevölkerung unterworfen werden. Zunehmend mehr Menschen arbeiten am Sonntag, mittlerweile etw 12 %, Tendenz steigend. Stuberg: „Der Sonntag darf nicht noch weiterer Erosion und wirtschaftlicher Interessen zum Opfer fallen.“ Er verweist auf den entsprechenden einstimmigen Beschluss der Landessynode.

Die verständliche Sorge des Einzelhandels, gegen den rasant wachsenden Onlinehandel zu verlieren, könnten am besten die Verbraucher zerstreuen, indem sie bewusst vor Ort einkauften. Dazu reichten allerdings sechs Tage mit jeweils 10 Einkaufsstunden aus.

Dies, so der Superintendent, könne gut gemeinsam ökumenisch vertreten werden. Die christlichen Glaubensinhalte hätten eine Form, auch in der Gestaltung der Zeit als Tag, Woche und Jahr. Stuberg: „In der Tradition unseres Glaubens werden alle Momente des Lebens darin dargestellt und eben aufbewahrt: Arbeit und arbeitsfreie Zeit, Aktion und Stille, Zeiten der Trauer und Zeiten zum Feiern, Zeiten der Erwartung, des sehnsuchtsvollen Verlangens, und Zeiten der Erfüllung, der vollkommenen Gegenwart des Erhofften. Alles hat seine Zeit – diese biblische Weisheit hineinzutragen in unsere zunehmend unstrukturierte und individualisierte, in unsere atemlosen und ständig sich erschöpfende auspowernde Gesellschaft, das sehe ich als unsere Aufgabe. Wir haben Gutes anzubieten. Gut, wenn wir es noch dazu gemeinsam tun.“

kp                                         Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)


Kreissynode Siegen 29.11.2017 Haushalt

Aufbruch trotz Rückbau – weniger Geld trotz steigender Einnahmen

Die finanzielle Situation des Ev. Kirchenkreises Siegen ist nicht so gut, wie es auf den ersten Blick scheint. Auch wenn wieder eine Steigerung der Kirchensteuereinnahmen im kommenden Jahr angenommen wird, die Planzahlen für 2018 weisen gegenüber 2017 ein Plus von 3,22 % aus, ist die reale Kaufkraft niedriger als noch 1992. Dieses Fazit konnte man nach der Haushaltseinbringung von Hannelene Reuter-Becker, der Vorsitzenden des Synodalen Finanzausschusses, gewinnen. Reuter-Becker: „Deshalb: Wir sind im Modus des Rückbaus. Wir verlieren Mitglieder und Finanzkraft. Ein deutlicher Rückbau und gleichzeitig ein stellenweiser Aufbruch ist die Aufgabe dieser Jahre.“ Aufbrüche finden auch im Kirchenkreis Siegen statt, nämlich dort, wo sich bisher selbstständige kleine Kirchengemeinden in Regionen entschließen, in naher Zukunft zusammenzugehen und eine große Kirchengemeinde zu bilden. Reuter-Becker: „Der Weg dorthin ist steinig, aber er kann sich lohnen.“

Trotz geringerer Kaufkraft durch steigende Kosten kann die westfälische Landeskirche und mit ihr der Kirchenkreis Siegen die zurzeit immer noch stark sprudelnden Kirchensteuereinnahmen nutzen, um Vorsorge für die erwarteten zunehmend mageren Jahre zu treffen.

Das Kirchensteueraufkommen wird beeinflusst vom Wirtschaftswachstum, von der Zahl der Erwerbstätigen und von der Lohnentwicklung. Diesem überaus positiven Trend steht der Rückgang der Kirchenmitglieder gegenüber, was sich deutlich auch auf die Kirchensteuereinnahmen auswirken wird. So konnten in 1970 im Ev. Kirchenkreis Siegen noch 183.400 Mitglieder gezählt werden. 2016 waren es nur noch 119.475 Mitglieder, ein Rückgang von fast 35 %. Tendenz weiter abnehmend.

Bevor der Haushalt 2018 in den Blick kam, konnte die Finanzausschussvorsitzende für 2016 Mehreinnahmen von insgesamt 1.683.227,10 Euro bekannt geben. Davon fließen 370.138,11 Euro in die Ausgleichsrücklage der Kirchengemeinden. 491.220 Euro gehen an die Kirchengemeinden mit der Maßgabe, sie der Rücklage für Substanzerhaltung zuzuführen. 410.934,50 Euro fließen in den Baufond der Kirchengemeinden und dieselbe Summe wird zur Mitfinanzierung einer Fachkraftstelle „Religionspädagogik – Ev. Profil“ verwendet.

Von den erwarteten Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 490 Mio. Euro im kommenden Jahr fließen 15.926.770 Euro in den Kirchenkreis Siegen. Dieser Betrag wird nach bestehendem Schlüssel aufgeteilt. 78 % erhalten die Kirchengemeinden, 10 % die kreiskirchlichen Einrichtungen und Dienste und 12 % die Superintendentur einschließlich Leitungsorgane, Synode, Verwaltung und Rechnungsprüfung. Für die Kirchengemeinden bedeutet dies eine Steigerung von knapp 6 Euro pro Gemeindeglied gegenüber dem Vorjahr.

Für die Pfarrkostenpauschale müssen im kommenden Jahr 3.000 Euro pro Pfarrstelle mehr ausgegeben werden, also 107.000 Euro. Insgesamt sinken die Aufwendungen dennoch, weil die Pfarrstellen von 46,25 auf nunmehr 44,5 abnehmen. Dies kompensiert die Mehrausgabe.

Sorgen bereiten die Trägeranteile für die Arbeit der Kindertageseinrichtungen. Die sind zwar laut Beschlusslage der Synode auf 7,5 % des Nettokirchensteueraufkommens (in 2018 1.194.508 Euro) gedeckelt. Benötigt werden jedoch 1,24 Mio. Euro. Die Differenz muss daher aus der Ausgleichsrücklage entnommen werden. Das fatale ist, es handelt sich nicht um eine Ausnahme, sondern bei einem gesetzlichen Status quo wird dies auch in Zukunft nötig sein, Tendenz steigend. Reuter-Becker: „Und hier müssen wir uns für die kommenden Jahre klar werden, wie wir mit der Tatsache umgehen wollen. Kita-Arbeit ist wichtig, kostet aber auch Geld.“ Damit die Finanzausgleichskasse und so indirekt die Kirchengemeinden eine finanzielle Entlastung erhalten, so das Fazit der Ausschussvorsitzenden, ist zwingend die Anpassung der Einrichtungsbudgets und der Trägeranteile durch die Landesregierung erforderlich. Ansonsten müssen die Kirchengemeinden tiefer in die Taschen greifen oder aber die Zahl der Einrichtungen in evangelischer Trägerschaft reduzieren.

Nach kurzer Diskussion und einigen Nachfragen wurden die Haushaltspläne für 2018 mit 110 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen wie folgt beschlossen:

Der Haushaltsplan für die Finanzausgleichskasse des Ev. Kirchenkreises Siegen wurde in Einnahme und Ausgabe für das Jahr 2018 auf je 16.501.341 Euro festgestellt, die Kreissynodalkasse auf je 5.010.496 Euro. Für das Evangelische Gymnasium beträgt die Feststellung je 6.432.877 Euro, für die kreiskirchlichen Immobilien je 332.324 Euro und für das Kreiskirchenamt Siegen/Wittgenstein je 3.374.849 Euro. Der Haushaltsplan für die „Kinder- und Jugendstiftung des Ev. Kirchenkreises Siegen“ für das Jahr 2018 wurde in Einnahme und Ausgabe auf je 20.000 Euro festgestellt, der Haushaltsplan für die Ev. Kindertageseinrichtungen in Trägerschaft des Kirchenkreises Siegen (EKiKS) auf je 21.434.874 Euro für das Rechnungsjahr 2017/2018. Der Haushaltsplan für das Bundesprogramm „Sprach-KITA“ für das Rechnungsjahr 2017 wurde auf je 396.211 Euro festgestellt.

kp                                   Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

Die Finanzausschussvorsitzende Hannelore Reuter-Becker brachte die Haushaltspläne für das nächste Jahr ein. Trotz höherer Einnahmen müssen die Gemeinden und der Kirchenkreis mit einer geringeren Kaufkraft umgehen. Rückbau ist angesagt.


Kreissynode Siegen 29.11.2017 Kindertageseinrichtungen

Kindertageseinrichtungen mit evangelischem Profil

Verwaltungsleiter Oliver Berg und Bereichsleiterin Nina Stahl stimmten die Synode auf das Schwerpunktthema des kommenden Jahres ein. In den vergangenen Jahren musste der Geschäftsbereich III (Kindertageseinrichtungen) des Kreiskirchenamtes neu organisiert werden. Durch die Trägerschaft vieler Kindertageseinrichtungen und deren Geschäftsführung auf Kirchenkreisebene wurde ein Organisationsgutachten erforderlich und im Frühjahr 2017 vorgelegt. Auf dessen Grundlage, so Berg, seien Arbeits- und Kommunikationsabläufe verbessert worden. Eingerichtet worden sei, auch auf Forderung der Fachausschüsse, eine Stelle „Ev. Profil“ als Fachberatung. Die Kompetenzen Personalverwaltung und Finanzgestaltung habe man neu geregelt. Und das alles, ohne die Kirchengemeinden finanziell mehr zu belasten.

Die letzten Kita-Anbauten, insbesondere für U3-Plätze werden im kommenden Jahr abgeschlossen. Notwendige Renovierungen und Sanierungen des Baubestandes sind allerdings weiterhin verpflichtend.

Zu schaffen macht der Verwaltung der Fachkräftemangel. Der wird noch verschärft, da nach einem Medienbericht in 2017 zusätzlich 190 Kita-Plätze erforderlich sind und im nächsten Jahr 350 Plätze. Es entstehen mindestens drei neue Kindertageseinrichtungen. Der Verwaltungsleiter hofft sehr auf das neue Kinderbildungsgesetz mit besseren Finanzen und Betreuungsschlüsseln.

Die Bereichsleiterin und hauptamtliche Geschäftsführerin der EKiKS-Einrichtungen Nina Stahl beschrieb die umfänglichen Aufgaben, die Kindertageseinrichtungen und ihre pädagogischen Fachkräfte heute zu leisten haben. Sie sollen Bildungsgerechtigkeit für alle schaffen, Chancengleichheit gewährleisten und einen wesentlichen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. Erweiterte und flexiblere Öffnungszeiten sind ebenso die Folge wie mehr Betreuung über Mittag und der Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren.

Hinzu komme, so Nina Stahl, das eigene evangelische Profil. Sie zitiert Präses Annette Kurschus: „Signifikant für unsere Kindertageseinrichtungen ist das evangelische Profil und die damit verbundene religionspädagogische Arbeit. Ausgehend von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis sind religiöse Bildung und ethische Orientierung wesentliche Aspekte frühkindlicher Bildung. Sie ziehen sich in den evangelischen Kindertageseinrichtungen durch alle Bildungsbereiche und bieten Kindern Hilfe und Anregung bei ihren Fragen nach Lebenssinn, Lebenshalt und ihren Fragen nach Gott und der Welt.“ Auch die Kirchenkreiskonzeption, so Stahl, gebe die Aufgabe, an unserem evangelischen Profil zu arbeiten und die Kitas mit strategischer Öffentlichkeitsarbeit als ein Teil der Gemeinde aufleuchten zu lassen.

Dass dies eine lohnende Aufgabe ist, zeigen Zahlen. Die Kindertageseinrichtungen sollen Kindern und Familien ermöglichen, in die Kirchengemeinden hineinzuwachsen und die Erfahrung von Zugehörigkeit zur Kirche zu erleben. Jede der 135 Kita-Gruppen wird 5 mal wöchentlich von 20 Kindern besucht. Mit in die Kita kommen die Eltern und häufig auch Großeltern, Geschwister und Paten. Eine Kita mit drei Gruppen bietet somit mindestens 600 Begegnungsmöglichkeiten in der Woche und über 31.000 im Jahr. Die Chancen, so Stahl, sollten besser genutzt werden.

Die Finanzierung der Kindertageseinrichtung liegt im Argen seit der Einführung des Kinderbildungsgesetzes NRW in 2008, wertete die Bereichsleiterin die Sachlage. Die damit einhergehenden Kind-Pauschalen bringen eine Unterfinanzierung mit sich, „die gravierende Ausmaße angenommen hat“. Das Berechnungssystem mit 9 Grundfinanzierungstypen und 50 Finanzierungsmerkmalen bezeichnete sie als kompliziert. Personalkosten steigen stärker als KiBiz-Pauschalen. Der U3-Ausbau wurde nicht auskömmlich gefördert, so dass höhere Eigenanteile beim Träger verblieben. Stahl: „Mit der Verantwortung für eine Kindertageseinrichtung geht ein erhebliches Finanzrisiko einher.“ Durch die Schaffung von EKiKS wurde das Risiko gemildert. Vorgehalten werden kann dennoch zumeist nur noch das Mindestmaß an Personal. Laufende Betriebskosten werden aus Rücklagen oder sogar durch Kredite finanziert. Hinzu kommt der deutlich spürbare Fachkräftemangel.

Das Rettungspaket der Landesregierung zur Erhaltung der Trägervielfalt, so Stahl, verkleinere zwar den Abstand zwischen realen Betriebskosten und der Refinanzierung durch die öffentliche Hand, reiche aber bei Weitem nicht aus. Stahl: „Für die Tageseinrichtungen für Kinder braucht es dringend ein neues Finanzierungsgesetz, um der wichtigen elementarpädagogischen Arbeit eine zuverlässige Perspektive zu sichern.“

kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

Die evangelische Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, deren Rahmenbedingungen und die Finanzierung stehen 2018 auf dem Prüfstand.

Verwaltungsleiter Oliver Berg und EKiKS-Geschäftsführerin Nina Stahl gaben erste Einblicke in die Organisation und die Rahmenbedingungen.

Kreissynode Siegen 29.11.2017 Nachwahl KSV

Das Los musste entscheiden

Dirk Hermann neu im Kreissynodalvorstand

Durch den Tod von KSV-Mitglied Friedrich Seidel musste für den Kreissynodalvorstand (KSV) ein neues Mitglied gewählt werden. Zur Wahl stellten sich Dirk Hermann, Christus-Kirchengemeinde Siegen, und Christoph Klein, Kirchengemeinde Burbach. Beide Kandidaten haben umfangreiche Erfahrungen in ehrenamtlicher kirchlicher Arbeit und gehören seit vielen Jahren einem Presbyterium an. Das Wahlergebnis war überraschend. Von den 109 stimmberechtigten Synodalen erhielt jeder Kandidat 49 Stimmen bei 11 Enthaltungen. Somit musste eine Losentscheidung herbeigeführt werden. Das Los fiel auf Dirk Hermann.

Superintendent Peter-Thomas Stuberg gratulierte beiden Kandidaten herzlich mit jeweils einem Blumenstrauß.

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

Dirk Hermann, Superintendent Peter-Thomas Stuberg und Christoph Klein (im Bild v. li.). Das Los fiel auf Dirk Hermann.